Gedichte > Abschied > 1 2 3 4 5
hier geht es zurück    
 
Abschied
Mein Herz friert.
Meine Seele ist kalt.
Nimm mich in die Arme,
sonst vereise ich gleich.
Doch nein - tu das nicht.
Weil du es bist, der mein Herz zerbricht.
Lass mich in Ruhe, geh von mir fort.
Nehme den Kummer mit an einen anderen Ort,
an dem du bald für immer sein wirst.
Und wenn ich weine,
so ist es für dich.
Vielleicht ist es zu spät.
Doch wir werden uns wiedersehen,
da an diesem Ort, wo wir so oft waren,
wir nachdenken konnten, was geschehen ist.
Du bist jetzt weg,
und ich sitze hier an diesem Fluss.
Muss mir im Klaren werden,
was geschehen ist.
Unbekannt
 
 
Seltsames Glück
Würdest du mich heute fragen,
was ich fühle,
und wie sehr mein Glück mich trifft,
würde ich sagen,
das es kaum besser sein könnte,
und doch würde ich im Stillen denken,
nur bei mir,
das in all meinem Glück etwas fehlt,
etwas Bestimmtes,
an jedem Tag,
das deinen Namen trägt.
Unbekannt
 
 
Innere Kälte
Ich weiß nicht, warum ich heute so friere.
Ist es, weil es draußen deutlich kälter geworden sein mag,
von einem auf den anderen Tag,
oder liegt es nur daran,
das mir deine Wärme fehlt.

Ich denke, das vielleicht beides fehlt,
ich mich aber wärmer fühlen würde,
wenn ich nur noch einmal
in deinen Armen liegen könnte.
Unbekannt

 
 
Liebe
Ich kann die Briefe weglegen,
verstecken im Schrank.
Ich kann sogar vergessen,
dass Du sie mir geschrieben hast.
Ich kann Deinen Namen
aus meinem Buch streichen.
Ich kann Deine Fotos weglegen.
Ich kann die Träume beiseite schieben.
Aber es scheint mir unmöglich,
nicht mehr an Dich zu denken.
Sag mir,
was ich mit der Liebe machen soll.
Ich kann glauben,
dass wir uns nie getroffen haben.
Aber ich kann nicht aufhören
Dich zu lieben.
Unbekannt
 
 
Du bist es
Eine Rose still verwelkte heut,
sie war doch grad erst aufgeblüht.
Ihr Dasein hat mich hoch erfreut,
ihre Schönheit hat mein Herz erglüht.
Die Menschen all berührt das kaum,
sie war ja nur von vielen eine.
Für mich zerbrach ein Lebenstraum,
denn du bist es, um den ich weine.
mit freundlicher Genehmigung von.
 Annegret Kronenberg
 
 
Ahnungen
Ich ahne, das ich dich verlieren werde,
ahne, das deine Gefühle nicht ausreichen
mich zu ertragen.
Ich ahne, das du dich nach anderem sehnst,
ahne, das ich nicht genug zu geben habe
als du verdienst.
Ich ahne, das ich dich vermissen werde,
ahne, das ich jeden Tag an dich denken werde,
mit unsäglicher Trauer.
Unbekannt
 
 
Was weh tut
Wenn ich dich verliere
was tut mir dann weh?

Nicht der Kopf
nicht der Körper
nicht die Arme
und nicht die Beine

Sie sind müde
aber sie tun nicht weh
oder nicht ärger
als das eine Bein immer wehtut

Das Atmen tut nicht weh
Es ist etwas beengt
aber weniger
als von einer Erkältung

Der Rücken tut nicht weh
auch nicht der Magen
die Nieren tun nicht weh
und auch nicht das Herz

Warum ertrage ich es
dann nicht
dich zu verlieren?
Erich Fried
 
 
hier geht es zurück    
 
Gedichte > Abschied > 1 2 3 4 5