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Ostern
Ja, der Winter ging zur Neige,
holder Frühling kommt herbei,
Lieblich schwanken Birkenzweige,
und es glänzt das rote Ei.
Schimmernd wehn die Kirchenfahnen
bei der Glocken Feierklang,
und auf oft betretnen Bahnen
nimmt der Umzug seinen Gang.

Nach dem dumpfen Grabchorale
tönt das Auferstehungslied,
und empor im Himmelsstrahle schwebt er,
der am Kreuz verschied.

So zum schönsten der Symbole
wird das frohe Osterfest,
daß der Mensch sich Glauben hole,
wenn ihn Mut und Kraft verläßt.

Jedes Herz, das Leid getroffen,
fühlt von Anfang sich durchweht,
daß sein Sehnen und sein Hoffen
immer wieder aufersteht.
Ferdinand von Saar
 
 
Eierstreit
Das Schokoei lacht ganz verzückt
ich bin bei allen sehr beliebt
das Zuckerei, du bist verrückt
wie gut dass es mich gibt.

Da brummt das Ei aus Marzipan
bei mir fühlt man sich wohl
nun gebt mal alle nicht so an
tönts Ei mit Alkohol.

Da kommt das gute Hühnerei
aus dem Versteck gekrochen
das ist doch Augenwischerei
ihr alle schmelzt beim Kochen.
mit freundlicher Genehmigung von
Heinz Bornemann
 
 
Lohn des Hasen
Ein Hase sagt zum andren Hasen
ich mach das langsam nicht mehr mit
die Menschen sind so aufgeblasen
das ist doch zum davonzurasen
wann hörn sie endlich auf damit.

Sie denken, wir könn Eier legen
versuchen dazu anzuregen
doch könn wir sie nicht mal verstecken
das woll'n die Leute auch nicht checken
man kann sie nicht dazu bewegen.

Wir woll'n sie in dem Glauben lassen
bevor sie uns noch richtig hassen
denn ob wir legen oder nicht
wir landen doch als Hauptgericht
und werden diese Welt verlassen.

Denn Undank ist der Welten Lohn
drum sage ich ganz ohne Hohn
und könntest du auch Eier legen
es lohnt sich gar nicht aufzuregen
die Pfanne wär dein letzter Lohn.
mit freundlicher Genehmigung von
Heinz Bornemann
 
 
Ein Ostergedicht
Wer ahnte,
dass zum Weihnachtsfest Cornelia mich sitzen lässt?
Das war noch nichts:
Zu Ostern jetzt hat sie mich abermals versetzt!
Nun freu ich mich auf Pfingsten –
nicht im geringsten!
Heinz Ehrhardt
 
 
Osterhäschen dort im Grase
Osterhäschen dort im Grase
Wackelschwänzchen, Schnuppernase.
Mit den langen braunen Ohren
hat ein Osterei verloren.
Zwischen Blumen sehe ich es liegen
Osterhäschen kann ich´ s kriegen?
Unbekannt
 
 
Er ist `s
Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch: von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist 's!
Dich hab ich vernommen!
Eduard Mörike
 
 
Wie wundervoll ist die Natur!
man sieht so viele Blüten,
auch sieht man Schafe auf der Flur
und Schäfer, die sie hüten.
Ein leises Lied erklingt im Tal:
der müde Wanderer singt es.
Ein süßer Duft ist überall,
bloß hier im Zimmer stinkt es!
Heinz Ehrhardt
 
 
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