Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die
Kerzen zu reden begannen..
Die erste Kerze seufzte und sagte:
Ich heiße Frieden.
Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen
mich nicht.
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sagte:
Ich heiße Glauben.
Aber ich bin überflüssig.
Die Menschen wollen von Gott nichts mehr wissen. Es hat keinen Sinn mehr,
dass ich brenne.
Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort:
Ich heiße Liebe.
Ich habe keine Kraft mehr zu brennen.
Die Menschen stellen mich an die Seite.
Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
Aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!
Und fast fing es an zu weinen.
Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
Hab keine Angst!
Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden.
Ich heiße Hoffnung.
Mit einem Streichholz nahm das Kind das Licht von dieser Kerze
und zündete die anderen Lichter wieder an!
Unbekannt |
In meinem Herzen, in meinem Kopf
Tränen völlig ausgetropft.
Hab nie was verlangt
völlig ausgebrannt.
Schaue die Straße nieder,
weiß es kommt nie wieder.
War niemals wirklich da,
wird mir nun klar.
Bin auf der Erde, um Liebe zu geben.
Aufrecht und stolz war ich einst.
Gebrochen und traurig stehe ich mir jetzt gegenüber.
Wünschte es wäre wieder,
wieder so wie einst.
Einsam sehne ich mich zurück zu mir.
Unbekannt |
Vor langer langer Zeit existierte eine Insel,
auf der alle Gefühle der Menschen lebten:
die gute Laune, die Traurigkeit, das Wissen ...
... und auch die Liebe.
Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt,
dass die Insel sinken würde.
Also machten alle ihre Schiffe startklar
um die Insel zu verlassen.
Nur die Liebe wollte bis zum letzten
Augenblick warten.
Bevor die Insel sank, bat die Liebe
die anderen Gefühle um Hilfe:
Der Reichtum verließ auf einem luxuriösen
Schiff die Insel.
Die Liebe fragte: "Reichtum, kannst du
mich mitnehmen?"
"Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff
habe ich viel Gold und Silber. Da ist kein
Platz mehr für dich."
Also fragte die Liebe den Stolz, der auf
einem wunderbaren Schiff vorbeikam.
"Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?"
"Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen",
antwortete der Stolz, "hier ist alles perfekt
und du könntest mein Schiff beschädigen".
Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit:
"Traurigkeit, bitte nimm mich mit."
"Oh Liebe", sagte die Traurigkeit,
"ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss."
Auch die gute Laune fuhr los,
aber sie war so zufrieden, dass sie
nicht hörte, dass die Liebe sie rief.
Plötzlich rief eine Stimme:
"Komm Liebe, ich nehme dich mit".
Die Liebe war so dankbar und so glücklich,
dass sie vergaß den Retter nach seinem
Namen zu fragen.
Die Liebe fragte das Wissen:
"Wissen, kannst du mir sagen, wer mir
geholfen hat?"
"Ja", antwortete das Wissen, "es war die Zeit."
"Die Zeit?" fragte die Liebe, "Warum hat mir
die Zeit geholfen?" Und das Wissen antwortete:
"Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig
die Liebe im Leben ist."
Unbekannt |