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| Drei Fragen zugleich |
Darf ein Gedicht
in einer Welt
die an ihrer Zerrissenheit
vielleicht untergeht
immer noch einfach sein?
Darf ein Gedicht
in einer Welt
die vielleicht untergeht
an ihrer Zerrissenheit
anders als einfach sein?
Darf eine Welt
die vielleicht an ihrer
Zerrissenheit untergeht
einem Gedicht
Vorschriften machen?
Erich Fried |
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| Neue Kräfte |
Es gibt Situationen in unserem Leben,
in denen wir uns verletzt oder einsam fühlen...
Aber ich glaube, dass diese Zeiten,
in denen wir ziellos umherirren und alles um uns herum
zu zerbrechen scheint,
eigentlich eine Herausforderung für uns sind.
Wir versuchen verzweifelt
an der Sicherheit der Vergangenheit festzuhalten,
aber ganz unwillkürlich ...überwinden wir alle Probleme
und erlangen ein neues Verständnis, ein neues Bewusstsein
und neue Kräfte.
Es ist fast so, als müssten wir diesen Schmerz
und diesen Kampf durchmachen, um zu wachsen
und neue Höhen zu erreichen.
Unbekannt |
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| Liebessterne |
Liebessterne meiner Träume
führen sanft mich durch die Nacht..
In das Land der Zärtlichkeit,
schwebe ich behütet, sacht.
Und Gefühle stiller Sehnsucht
fließen in ein Perlenlicht,
das wie heller Wunderglanz
bis in meine Seele bricht.
Über mir ein ewig Leuchten,
einem sanften Lächeln gleich,
stillt mein tief verborgnes Sehnen
und macht meine Seele reich.
Unbekannt |
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| Wo lernen wir |
Wo lernen wir leben
und wo lernen wir lernen
und wo vergessen
um nicht nur Erlerntes zu leben?
Wo lernen wir klug genug zu sein
die Fragen zu meiden
die unsere Liebe nicht einträglich machen
und wo
lernen wir ehrlich genug sein
trotz unserer Liebe
und unserer Liebe zuliebe
die Fragen nicht zu meiden?
Wo lernen wir
uns gegen die Wirklichkeit zu wehren
die uns um unsere Freiheit
betrügen will
und wo lernen wir träumen
und wach sein für unsere Träume
damit etwas von ihnen
unsere Wirklichkeit wird?
Erich Fried |
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| Widmung |
Schreiben um zu leben
wäre fast so arg
wie leben
um zu schreiben,
aber etwas
noch schreiben
um es dann
dir zeigen zu können
könnte einem fast
doch noch leben helfen
Erich Fried |
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Die beiden Hände |
Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
Du große Hand, ich brauche Dich,
weil ich bei Dir geborgen bin.
Ich spüre Deine Hand,
wenn ich wach werde und Du bei mir bist,
wenn ich Hunger habe und Du mich fütterst,
wenn Du mir hilfst, etwas zu greifen und aufzubauen,
wenn ich mit Dir meine ersten Schritte versuche,
wenn ich zu Dir kommen kann, weil ich Angst habe.
Ich bitte Dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich.
Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
Du kleine Hand, ich brauche Dich,
weil ich von Dir ergriffen bin.
Das spüre ich,
weil ich viele Handgriffe für Dich tun darf,
weil ich mit Dir spielen, lachen und herumtollen kann,
weil ich mit Dir kleine, wunderbare Dinge entdecke,
weil ich Deine Wärme spüre und Dich lieb habe,
weil ich mit Dir zusammen wieder bitten und danken kann.
Ich bitte Dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich.
Gerhard Kiefel |
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